Gedanken zu Silvester und Neujahr
Rückschau und Vorschau (zu Lk 2, 16-21)
Silvester und Neujahr regen uns zu Rückschau und Vorschau an, eventuell sogar zu besonderen Vorsätzen für 2012. Die Rückschau auf 2011 in der Weltpolitik ergibt einen deutlichen Demokratisierungsschub: in den arabischen Ländern, auch in China und Russland. Es entstanden in New York, London, Paris und anderswo die eigenartigen Occupy-Bewegungen, ein Protest gegen das Ausgeschlossen-Sein. Bemerkenswert ist auch die Zunahme der freiwilligen Helfer in den verschiedensten Hilfsorganisationen – früher ein Monopol der Kirche, heute breit gestreut.
Kirchlich bemerkenswert war der „Aufruf zum Ungehorsam“ bei vielen Pfarrern. Auch ein Demokratisierungsschub!
In unserer Donaucitykirche ergibt die Rückschau eine erfreuliche weitere Zunahme an Kirchenbesuchern, im Pfarrcafé, bei Veranstaltungen (dadurch auch eine finanzielle Zunahme). Neue Elemente wurden etabliert: Buchpräsentationen, Tanzveranstaltungen (3x), zweimal Rorate, wöchentliche Anbetungsstunde am Freitag … Dankbarkeit ist angesagt!
Was ergibt die Vorschau auf 2012?
Die UNO hat unseren Neujahrstag (es ist nicht überall Neujahrstag!) zum Weltfriedenstag erklärt. Wir dürfen erwarten, dass der Friede in der Welt zunehmen wird. Bestes Beispiel ist dafür die EU: Europa ist wieder Vorbild für die ganze Welt geworden. Aber auch die UNO, die Spendensolidarität, die Globalisierung leisten schöne Beiträge zum Frieden. Diktatoren stürzen oder werden zunehmend verhindert, weil ein internationales Strafgericht droht.
Der große Papst Johannes XXIII schrieb in seiner berühmten Enzyklika „Pacem in Terris“: der Friede ist eine Frucht der Gerechtigkeit, und: bei einer Entscheidung müssen die von der Entscheidung Betroffenen mit einbezogen werden.
Das gilt für die große Politik, für die Betriebe, für die Kirche, für die Familie. Auch die Kirche hat hier noch großen Nachholbedarf, z.B. bei den Bischofsernennungen.
Kirchlich gesehen ist der 1. Jänner als Oktavtag von Weihnachten der Muttertag Mariens. Zusammen mit den Hirten ist sie ein Vorbild für Hellhörigkeit, Offenheit und Bereitschaft für Gott. Die Gottesbeziehung ist für sie kein Nebenthema, sondern sie denkt viel darüber nach und „erwägt es in ihrem Herzen“. Vertrauensvoll lässt sie sich ein auf Gott.
Vielleicht fassen wir auch besondere Vorsätze für 2012. Wenn wir keine konkreten Vorsätze haben, sollte wir aber diese Grundhaltung de Vertrauens pflegen und stärken. 2012 ist ein Zeitpaket, der Absender ist der liebende Gott. Schließen wir uns Dietrich Bonhoeffer an:
„Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr. (…)
Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Ihr Donaucityrektor
P.Albert Gabriel

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Lieber Pater Albert,
ich lese gerne die Predigten und bin froh, dass sie im Internet veröffentlicht werden.
Der 1. JÄNNER ist der KIRCHLICHE Weltfriedenstag, eingeführt von Papst Paul VI mit 1. Jänner 1968. Alljährlich gibt es eine Botschaft des Papstes zu diesem Weltfriedenstag (zu finden auf der Homepage des Vatikans). Pax Christi gibt auch jährlich eine Gottesdienstunterlage dazu heraus ( http://www.pax.christi.at )
Der Weltfriedenstag der UNO ist 21. September (seit 1981). Schon lange gibt es den 1. September als Antikriegstag oder ebenso Weltfriedenstag, in Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkrieges am 1.9.1939.
Mit lieben Friedensgrüßen!
Alois
Die genauen URLS:
Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag:
Die jungen Menschen zu Gerechtigkeit und Frieden erziehen:
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20111208_xlv-world-day-peace_ge.html
Unterlage von Pax Christi Österreich:
http://w3.khg.jku.at/pax/blog/wp-content/uploads/2010/07/Gottesdienstbehelf_2012.pdf
Wikipedia Weltfriedenstag
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltfriedenstag