Gedanken zum Sonntag: 3. Sonntag im Jahreskreis

22. Januar 2011
von czog

Reich Gottes – Himmelreich (zum Evangelium Mt 4,12-17)

Wenn man Jesus ganz persönlich fragen würde: „Du Jesus, um was geht es Dir eigentlich – was ist Dein Grundanliegen?“ dann erfahren wir sofort von den Evangelisten: „das Reich Gottes“ – bei Matthäus heißt es „Himmelreich“. Was ist das?

Gemeint ist damit: Bereich Gottes, Nähe zu Gott, Beziehung zu Gott, Religion!

Darum geht es Jesus.

Darum ist schon bei Johannes dem Täufer und dann bei Jesus der erste Satz seiner Botschaft: „Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um!“

Hier kündigt sich schon der neue Schwerpunkt der christlichen Religion an: nicht mehr religiöses Handeln der Menschen ist der Mittelpunkt, sondern Gottes Handeln an uns – Gottes Zuwendung, Menschwerdung, Hingabe.

In der damaligen jüdischen Religiosität stand die Erfüllung vieler Vorschriften im Mittelpunkt. Auch in den heidnischen Religionen ist viel religiöses Tun wichtig. Jetzt ist die religiöse Haupthandlung das Zuhören, das Sich-berühren-lassen. Zum Hören gehört: Aufstehen – Hingabe – aufmerksames Hören. Dann antworten, dann neues seelisches Klima, dann neues Verhalten.

So wird schon bei Jesaja angekündigt:“ Das Volk, das im Dunkel lebt, hat ein helles Licht gesehen, denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen“ (zitiert bei Mt 4,16)

Tatsächlich ist Jesu Botschaft eine Antwort auf Fragen ins Dunkel hinein: „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn des Lebens?“

Diese Botschaften erhalten Glaubwürdigkeit durch Jesu Berührung und die Heilung körperlicher Gebrechen. Aber bei allen äußeren Wundern geht es immer um die innere Heilung, um das Angenommen sein von Gott durch Jesus. Nicht die Wunder bewirken Glauben, sondern der Glaube bewirkt Wunder.

Und wie ist eigentlich das heute, mit uns?

Die heilende, aufklärende Botschaft zu hören ist möglich, das wird durch die Kirche angeboten. Darum muss man aufstehen, hingehen, zuhören. „Kehrt um“ heißt für heute „sich öffnen“! Darum singen wir in der Kirche:“ Herr, gib uns Mut zum Hören“. In der heutigen Inflation von Nachrichten ist das Hören viel schwieriger geworden. Aber dann singen wir auch Lob – und Danklieder. Und dann erfolgt auch die Berührung durch Jesus in den Sakramenten: Wasser, Brot, Wein, Salbung enthaltenden Geist Jesu, den Heiligen Geist, und sie sind Bestätigungen der Heilbotschaften. Wir haben 7 Sakramente. Warum ist bei drei Sakramenten heute eine so deutliche Verweigerung feststellbar: bei der Sündervergebung (Beichte), bei der Priesterweihe, beim Ehesakrament? Vielleicht liegt es an der historischen Belastung, vielleicht an zu wenig Offenheit für die Angebote? Ein kritisches Nachdenken wäre darum für uns notwendig.

Ihr Donaucity-Pfarrer
P. Albert Gabriel

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