Gedanken des Pfarrers zu Weihnachten

23. Dezember 2010
von czog

Wie konnte der Prophet Jesaja 700 Jahre vor Christus im 9. Kapitel so starke Worte schreiben?  “Ein Kind ist uns geboren, auf seinen Schultern ruht die Weltherrschaft. Sein Name ist Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein Licht!”

Tatsächlich war die Geburt dieses Kindes das einschneidendste und wichtigste Ereignis der Weltgeschichte. Seither zählt man die Jahre „vor Christi Geburt“ und „nach Christi Geburt“. Hitler  wollte die Geburt Christi in der Jahreszählung austilgen und dafür „vor der Zeitwende“ und „ nach der Zeitwende“ einführen. Ungewollt hat er damit aber zum Ausdruck gebracht:  das war wirklich die Zeitenwende!

Tatsächlich wird durch das Kind im Bethlehem den Wert der Dinge umgewendet.

Im alten Denken und in der alten Philosophie waren Macht, Reichtum und Geld wichtig. Gott aber zeigt sein Wesen als Kind, im Stall, zuerst den Hirten. Das ist „Ehre Gottes und Friede den Menschen auf Erden“: Friede nicht durch Waffen oder Befehle sondern durch Liebe, durch Solidarität mit „kleinen“ Menschen.

Alle sind wir eingeladen, uns auf dieses immer noch Neue einzulassen. Wir können es zulassen, einlassen und als neue Praxis übernehmen. Die neue Rangordnung heißt: „Nicht wie man zu den Großen steht, sondern was die Geringsten bedeuten, das macht den Christenglauben aus“.

Das ist für alle angesagt: für Mütter und Väter zu Kindern, für Lehrer zu den Schülern, für Beamte im Büro, für Politiker im Staat, für Pfarrer in der Gemeinde, für Papst und Bischöfe in der Kirche. Wie wohltuend war es, wie Bischof Krätzl  beim Jubiläum diese neue Gesinnung spüren ließ – oder wie es Bischof Kräutler  in Brasilien tut.

Nehmen wir uns an Weihnachten ein Maß, vollziehen auch wir die Zeitenwende, bleiben wir nicht im Vorgestern hängen.

Der Christbaum soll uns ein Symbol dafür sein, dass Himmel (=Zukunft) und Erde (=Jetzt) verbunden sind. Er ist aufstrebend und doch am Boden verhaftet. Er bringt viel friedliches Licht. Dieses Licht möge auch in euren Herzen leuchten – es wird entzündet, wenn wir uns auf diese neue Denkart einlassen.

Krippe, Donaucity-Kirche

Ihr Donaucity-Pfarrer
P. Albert Gabriel

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Ein Kommentar zu “ Gedanken des Pfarrers zu Weihnachten ”

  1. Traude B. am 3. Januar 2012 um 00:35

    Das hat mir sehr gut gefallen,dass der Christbaum in der Erde verwurzelt ist und zum Himmel aufstrebt.Das heißt für mich auch,wenn wir uns Gott zuwenden,wird uns die Zukunft den Himmel bringen.

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