Gedanken zum Sonntag: 26. Sonntag im Jahreskreis

24. September 2010
von evaras

Wunder und Glaube

Würde ein Wunder einen Ungläubigen bekehren? Das Evangelium (Lk 16, 19-31) sagt Nein! Der reiche Prasser merkt in der Unterwelt, dass er falsch gelebt hat – nicht, weil er furchtbar böse war, sondern weil er den armen Lazarus, der vor seiner Tür lag, nicht wahrgenommen hat.

Da bittet er Abraham, seinen Brüdern eine Boten aus dem Totenreich zu schicken, um sie zu warnen, weil sie ja genauso sind wie er selber war. Abraham aber lehnt das als wirkungslos ab: sie haben ja Moses und die Propheten. Wenn sie auf diese nicht hören, würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.

Glaube ist nicht die Folge von Beweisen, von Argumenten oder gar Wundern, sondern Glaube ist eine Frucht der Liebe. Lieblosigkeit erzeugt Glaubenslosigkeit, und gelebte Liebe ist der Nährboden für Glauben, weil beides Berührung mit Gott ist. Wer nur dem “Mammon” dienst, hat kein Gespür für Gott und seine Wirklichkeit.

Natürlich sind theologische Diskussion und theologisches Wissen auch ohne Liebe möglich, aber es fehlt die “Berührung”, die Beziehung. Darum ist eine so “tiefe Kluft” zwischen dem reichen Prasser und dem armen Lazarus, zwischen Hölle und Himmel.

Ihr Donaucity-Pfarrer

P. Albert Gabriel

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