Gedanken zum Sonntag: 24. Sonntag im Jahreskreis

13. September 2010
von czog

Gott sucht uns

Jesus stößt oft auf Widerstand und Widerspruch – damals und heute. Letzter Sonntag erzeugten seine Bemerkungen über das  „Kreuz“ Kopfschütteln und Widerspruch.

In diesem Sonntagsevangelium hören wir laute Kritik an Jesus, weil es sich mit Zöllnern und Sündern abgibt, ja sogar mit ihnen isst und trinkt (Lk. 10, 1-15).

Jesus rechtfertigt sich nicht mit einem langen Vortrag, sondern mit zwei Gleichnissen, einem aus der Männerwelt, einem aus der Frauenwelt.

„Geht nicht ein guter Hirt dem einen verlorenen Schaf solange nach, bis er es findet und lässt er dabei nicht die 99 allein?”  Eigentlich sehr unklug, aber Liebe und Sorge ist so.

Und wenn eine Frau eine von 10 Drachmen (=Heiratsgut) verliert, sucht und kehrt sie nicht solange, bis sie sie findet? Und dann lädt sie die Nachbarinnen zu einer ausführlichen Kaffeejause eine, aus Freude über das Wiederfinden? Eigentlich nicht sehr klug, aber Freude ist eben so!

Für uns ist das Frohbotschaft und Mahnung:

  1. Gott lässt uns nie verkommen und verloren gehen. Er hat Wege und Mittel uns zu finden und bietet uns immer wieder Umkehr und Umarmung an.  Diese Aufgabe überträgt Jesus heute der Kirche.
  2. Daher ist die Kirche kritisch zu fragen, ob eine Verweigerung der Tischgemeinschaft (= Kommunion) für Sünder heute gerechtfertigt ist. Was tat Jesus?

Und sind wir persönlich bereit, Fehlgehende zu suchen, ihnen zur Umkehr zu verhelfen?

Sind nicht manche für uns einfach abgeschrieben(„gestorben“)?  Ermöglichen wir eine Versöhnung?

Ergreifend war für mich diese Woche der Film über Mutter Teresa: wie sie Abgeschriebene, Sterbende, Aussätzige suchte, aufhob und umarmte. Auch nicht sehr klug, aber die Liebe Christi drängte sie.

Ihr Donaucitypfarrer

P. Albert Gabriel

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