Gedanken zum Sonntag: 17. Sonntag im Jahreskreis

23. Juli 2010
von Gertrude

Wenn Jesus in der Nacht alleine auf einen Berg ging um zu beten, kam er frühmorgens sehr strahlend zurück. Daher ist es verständlich, dass die Jünger Jesus baten: „Herr, lehre uns beten.“

Die Antwort Jesu ist das „Vater unser“ und das anschließende Gleichnis vom bittenden Nachbarn in der Nacht.

Beten ist die innigste Beziehung zu Gott. Und weil Beziehung das Leben ausmacht, zeigt das Beten den Level meiner Lebensqualität an. Jetzt und in meiner Zukunft.

„Beten ist das Atmen der Seele“ Die Seele ist der innerste „Ableger Gottes“ in mir Ohne Atmen verliert die Seele ihre Tätigkeit. Und die drei göttlichen Tugenden, d.h. göttliche Tätigkeiten in mir sind: Glaube, Hoffnung und Liebe.  Wer diese Tugenden nicht will oder nicht braucht, hört auf zu beten. Oder: wer aufhört zu beten, bei dem schwinden die göttlichen Tugenden. Reste bleiben natürlich, aber wenn man aus einem Brunnen nicht mehr schöpft, versiegt er leicht.

Das Problem ist: Wie sollen wir beten?

Einige Tipps, abgeschaut von Jesus:

  • zuerst hören, dann antworten. Ohne Hören wird es zum hilflosen Getue.
  • Alleine beten und gemeinsam beten! Nur allein führt leicht zu Selbstgespräch oder gar „religiöser Spinnerei“. Nur gemeinsam führt leicht zu Geplapper.
  • Spontane Gebete und geformte Gebete ergeben eine gesunde Balance zwischen dem Ich als Individualwesen und als Sozialwesen.
  • Bitte Abwechslung!  Lobgebet (am besten Singen), Dankgebet und Bittgebet. Unser Gebet- und Gesangsbuch „Das Gotteslob“ ist eine gute Schule.

Zum Bittgebet sagt Jesus: „Bittet, und ihr werdet erhört werden“ Dazu erzählt er die Geschichte vom bittenden Freund. Aber stimmt das in der Praxis? Werden alle unsere Bitten erfüllt?

Eine Entwicklungshelferin in der Sahelzone erzählt zu diesem Thema: „Monatelang regnete es nicht mehr – starke Dürre – wöchentlicher Gebetssturm um Regen. Ohne dies Gebet hätten die Betroffenen diese Dürre nicht ausgehalten – es gab ihnen Kraft zum Durchhalten.“ Gebetserhörung auf andere Weise! Genauso werden unsere Bittgebete um Gesundheit, Überleben usw. erhört, aber eventuell anders als erwartet. Daher sollte halt immer beim Bittgebet das Satz von Jesus dabei sein: „Dein Wille geschehe.“

Beten bringt mich in eine Übereinstimmung mit Gott. Beten ist also auch gefährlich. Es verändert mich in Richtung:  göttlicher Wille, nicht mein Wille. Dieses Risiko bewahrt uns vor Stillstand, hält uns in Bewegung Richtung Gott.

Ihr Donaucitypfarrer

P. Albert Gabriel

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