Gedanken zum Sonntag: 16. Sonntag im Jahreskreis
Wenn man Schüler oder den “Mann von der Straße” fragt, was das Wichtigste im christlichen Glauben ist, wird die große Mehrheit antworten: die Nächstenliebe.
Die Antwort Jesu aber heißt: die Gottesliebe, dann die Nächstenliebe. Die Reihung und der Stellenwert sind bei Jesus anders als in der Durchschnittsmeinung.
Und darum geht es auch beim Besuch Jesu bei den Schwestern Marta und Maria. Maria hört Jesus aufmerksam zu, Marta aber ist übereifrig beschäftigt Jesus zu bedienen. Auf den Vorwurf Martas, Maria solle ihr doch helfen, antwortet Jesus: Maria hat das Bessere erwählt (Lk 10,42). Jesus schätzt die Nächstenliebe und den Dienst Martas nicht gering, aber der Stellenwert ist ein anderer. Priorität hat für Jesus das Hören, das Offensein, das Sich-Beschenken-Lassen, Sich-Lieben-Lassen.
Marta hat übrigens später bei der Auferweckung ihres Bruders Lazarus ihre Glaubensvertiefung in einem großartigen Messiasbekenntnis gezeigt: ” Ja, ich glaube, dass du der Messias bist.” (Joh 11,27)
Diese Reihung des Stellenwerts sollten wir bei der Planung unseres Sonntags beherzigen. Ausflug, langes Frühstück, Ausruhen usw. – ja, natürlich! Aber das Hören auf Jesus, seine Gabe beim Heiligen Mahl sollten Vorrang haben. Gott in der Natur finden, inneres Loben und Danken – ja, natürlich! Aber wo bleibt das Hören, die Gabe in die ausgestreckte Hand beim Heiligen Mahl?
Ihr Donaucitypfarrer
P. Albert Gabriel

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Lieber Pater Albert !
Die Predigt war wieder einmal hörenswert und gut !!
Die Balance zwischen dem Verhalten Martas und Marias zu finden ist aber schon sehr schwierig. – Denn weder ist dem einen, noch dem anderen Verhalten voll zuzustimmen. Aber vielleicht können wir im Herbst in der Bibelrunde wieder einmal darüber diskutieren.