Gedanken zum Sonntag: 14. Sonntag im Jahreskreis
In dieser Woche wurden wieder 5 Männer im Stefansdom zu Priestern geweiht. Nur 5! Vor 40 Jahren waren es jährlich ca. 30. Der Priestermangel wird immer deutlicher.
Vielleicht liegt es auch an den Vorgaben, am Profil, das dieser Beruf von Jesus bekommen hat.
Früher war die Priesterweihe ein sozialer Aufstieg, verbunden mit Ansehen und Verehrung. Heute gilt das weit weniger. Die Missbrauchsfälle mancher Priester haben das Ansehen des Priestertums noch weiter herabgedrückt.
Was Jesus seinen Jüngern als Profil und Merkmal mitgibt, entspricht allerdings auch überhaupt nicht dem Trend der Zeit, den üblichen Berufswünschen.
Er schickt sie „wie Schafe unter Wölfe“ [Lk 10,3] – machtlos sollen sie sein.
Sie sollen „weder Geldbeutel, Vorratstasche oder Schuhe“ haben – mittellos sollen sie sein.
Sie sollen nicht jeden grüßen – sie brauchen sich nicht anbiedern, denn sie haben eine große Aufgabe: Frieden bringen – zuallererst mit Gott, sie sollen die Harmonie und die Beziehung zu Gott (= das Reich Gottes) verkünden.
Sie sollen sich um Kranke annehmen und Dämonen ( =böse Geister wie Hass, Neid, Habsucht usw. ) austreiben.
Sie werden abgewiesen werden und sie werden überraschend aufgenommen werden und „Erfolg“ haben.
Die Frage an uns ist: haben wir Interesse an solchen Boten und Bedarf nach einer solchen Botschaft?
Wenn JA, dann wird der „Herr der Ernte“ auch genügend Arbeiter berufen und senden.
Wenn kein Bedarf besteht, dann wird der Priestermangel zunehmen.
Ihr Donaucitypfarrer
P. Albert Gabriel

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