Gedanken zum 13. Sonntag im Jahreskreis
Gegen das statisch-konservative Kirchengericht sagte Galilei: „Und sie (die Erde) bewegt sich doch!“
Auch das Leben Jesu ist Bewegung. Wir lesen und hören bei Lukas 9:  Jesus ist unterwegs, ein samaritisches Dorf weist ihn ab, er geht in ein anderes Dorf… (Ist er nicht müde?). Er lädt ein zum Mitgehen, aber weist darauf hin, dass er keinen Ort zum Hinlegen hat.
Er fordert auf, die Toten begraben zu lassen, er fordert, beim Pflügen nicht zurück zu schauen sondern vorwärts.
Diese Bewegung hat ihren Ursprung im dynamisch-dreifaltigen Gott und setzt sich fort in der Evolution seiner Schöpfung. Es ist also auch uns aufgetragen, Bewegung und Veränderung nicht nur zuzulassen, sondern sie auch zu bewirken und zu fördern. Damit ist nicht Ehescheidung und wechselnde Partner gemeint, sondern Veränderung, Reifen, Bewegung in der Ehe zuzulassen und zu bewirken.
Das gilt genauso für den Priesterberuf – wehe, wenn jemand beim Studienabschluss mit der Priesterweihe stehen bleibt. Statisches Beharren ist für die Ehe tödlich, genauso für den Priesterberuf, genauso für die Kirche. Wir brauchen nicht eine andere Kirche, aber eine Kirche, die sich ständig reformiert – „ecclesia semper reformanda“.
Ein etwas sakastischer Text lautet: „Was ist das Wichtigste im christlichen Glaubensleben? – Die heilige Messe! Was ist das Wichtigste an der heiligen Messe? – Die Wandlung! Was ist das Wichtigste an der Kirche? – Es muss alles beim alten bleiben!
Wandlung, Reform, Bewegung wird dort möglich, wo wir mit dem mitwandelnden Jesus rechnen. „E r ist mit uns!“ Was soll uns dann Schlimmes passieren? Nur stehen bleiben ist tödlich, ist Tod trotz weiterleben.
Ihr Donaucitypfarrer
P. Albert Gabriel

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