Gedanken zum Sonntag: 7. Ostersonntag

16. Mai 2010
von czog

Mosaik in der Hl. Pio von Petrecina Kirche, San Giovanni Rotondo

Der Bauplan des Menschen ist auf Gemeinschaft hin angelegt. Schon die Menschwerdung verdanken wir der sehr liebevollen Umarmung von Vater und Mutter. Aufgezogen und geformt durch viele liebevolle Menschen.

Das ist so, weil Gott, der Ursprung allen Lebens, auch so ist: Lebendige Dreifaltigkeit in einem Wesen, dynamischer Liebesaustausch in dem einen Gott. “Lasst uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis”.

Deswegen hat Jesus eine so intensive Bitte an seinen Vater: “Vater, lass sie (die Jünger Jesu) eins sein, wie Du in mir und ich in Dir, damit die Welt glaubt,…”

Das Einssein gibt den Christen die Glaubwürdigkeit vor der Welt, Einssein – nicht das Marschieren im Gleichschritt, sondern im liebevollen Schauen auf die gemeinsame Mitte: Jesus, der im inneren Kern der Kirche lebt.

Dieses Einssein ist da, daher lebt die Kirche – dieses Einssein ist nicht da, daher hat die Kirche Probleme mit Glaubwürdigkeit vor der Welt.

In der Welt – vor allem in der Wohlstandswelt ist Gemeinschaft und Einssein nicht im Trend. Sämtliche Gemeinschaftsformen sind bei uns auf einer leicht geneigten Ebene der Abnahme: Ehe und Familie, Freundeskreise, Mannschaftssportarten, Gewerkschaft, Parteien, Zustimmung zur EU und UNO und auch Kirche. Die Kirche steht für Gemeinschaft: Zusammenkommen, gemeinsames Beten, Singen, Feiern, Spenden, Hierarchie, usw.

Sie ist daher (wie wir) nicht im Trend der Zeit. Wer Sinn und Zeit und auch Geld für Gemeinschaft hat, wird trotz Problemen mit der Kirche zurechtkommen, ja Freude an ihr haben. Gelingt uns der Bauplan oder bauen wir einen “entfremdeten” Menschen?

Ihr Donaucitypfarrer

P. Albert Gabriel

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