Sommerlektüre
Grüß Gott!
Zu meiner Sommerlektüre gehörte heuer wieder einmal „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer. Übrigens auch großartig verfilmt mit Curd Jürgens als Fliegerheld General Harras. Da gibt es das ergreifende Nachtgespräch zwischen dem Kriegshelden Harras und einem jungen Leutnant. Beiden kommt das Grausen vor dem Krieg und der Nazi-Mentalität. Da fragt der junge Leutnant: „Glauben Sie an Gott?“ „Nein“ sagt der General, „Aber halt, das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt. Ich habe ihn nicht gesucht und nicht gefunden. Da hätte ich anders leben müssen. Aber es gibt ihn, denn trotz unserer Weltzerstörung bricht immer das Gute durch. Das Grundkonzept ist so gut, dass es immer wieder durch kommt. Gott ist die beste Erfindung der Menschheit, ein Fund, den zu suchen es sich lohnt. Sie, junger Leutnant, suchen Sie ihn und Ihr Leben wird besser laufen als meines.“ Ich glaube, dass damit der kluge Zuckmayer den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Die Gottesfrage entscheidet über Sinn und Sinnlosigkeit meines Lebens, unserer Menschfamilie. Der Gottesverlust führt in Beziehungslosigkeit und totale Beliebigkeit – eine Zeitlang ist das durchaus bequem und lebbar, nur deckt sich das nicht mit unserem Bauplan. Wir sind dabei nicht „in der Wahrheit“. Und „nur die Wahrheit wird uns frei machen.“ Ein Wissen oder eine Ahnung von Gott bringt allerdings gar nichts. Erst wenn ich eine personale, innere Beziehung zu Gott erlange, bekommt mein Leben Farbe, Geborgenheit und Zukunft. Und christliche Gottsuche heißt: Nicht wir müssen krampfhaft Gott suchen, sondern ER sucht uns!!! IHN kann ich hören, ich kann mich von IHM berühren lassen, mit IHM kann ich eintauchen in das göttliche Mysterium. Christliche Religion heißt Antwort auf sein Wort: Sein Wort heißt Jesus Christus. Dazu braucht es auf meiner Seite Gottsuche, Zeitnehmen und Auskunft holen –so wie das in jedem Liebesverhältnis ist – beidseitig! „Junger Leutnant, suchen Sie Gott, es zahlt sich aus!“
Ihr Donaucitypfarrer P. Albert Gabriel

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